Ringen / 2. Bundesliga – Nord – 2. Kampftag

Bittere Niederlage für AVG-Ringer in Leipzig

Leipzig – Eine bittere 15:17-Niederlage kassierten die Zweitligaringer des AVG Markneukirchen am Samstagabend beim KFC Leipzig. Eigentlich hatte das Trainergespann Andre Backhaus und Andy Schubert mit einem Sieg geliebäugelt, der auch in greifbarer Nähe lag, „… doch es sollte einfach nicht sein, heute war alles gegen uns“, so Schubert, der vergebens auf Neuzugang Marc Nickel wartete. Da auch Roman Walter Probleme mit dem Limit bis 57 kg hatte, disponierten die Trainer kurz vor dem Wiegen um, so ging Rene Roth im leichtesten Limit mit Übergewicht über die Waage, da Leipzig dort mit dem starken Polen Adam Bienkowski ohnehin sehr gut aufgestellt war, Roman Walter rückte ins Limit bis 61 kg, wo er im griechisch-römischen Stil kämpfte. Doch auch dort wartete mit Avgustin Spasov ein starker KFC-Neuzugang, der seine Stärken am Boden ausspielte und das Duell nach knapp vier Minuten mit 16:1-, durch technische Überlegenheit vorzeitig beendete.

Zwischen diesen beiden Kämpfen, die gleich zum Beginn der Begegnung in der Sporthalle Leplaystraße über die Bühne gingen, hoffte der AVG-Anhang auf Punkte von Marcin Olejniczak (130 kg/GR), der gegen Nico Graf anzutreten hatte. Doch der Pole in Diensten des AVG verletzte sich bei einer Angriffsaktion und brach danach völlig ein. Nico Graf, der zu den erfahrenen Ringern im Team des KFC gehört witterte seine Chance und marschierte zum 18:2-Überlegenheitssieg. Und so stand es nach 3 Begegnungen 0:12 aus Sicht der Gäste aus dem Vogtland.

So ging Andre Backhaus mit gehörig Wut im Bauch im Limit bis 98 kg/FR gegen Jan Richtsteig auf die Matte und holte wenige Sekunden vor Kampfende die letzten Zähler zum 16:0-Abbruchsieg. Zum Duell zweier Bulgaren kam es kurz vor der Pause, als Markneukirchens Boycho Boychev auf den KFC-Neuzugang Stefan Ivanov traf. Der AVG-Ringer erkämpfte mit schnellen beinangriffen Punkt für Punkt zum klaren 13:4-Endstand, der 3 Mannschaftspunkte auf das Konto des AVG- zum 12:7-Halbzeitstand aus Sicht der Gastgeber brachte.

Nach dem Pausentee begab sich Marian Mihalik (86 kg/GR) gegen Leipzigs Tom Zymara auf Punktejagd, Mihalik riss einen 5:1-Kampfsieg gegen den keineswegs schlechten KFC-Ringer aus dem Feuer und machte damit weitere zwei Mannschaftspunkte zum 9:12-Zwischenstand gut.

Auch Markneukirchens Neuzugang Radoslav Vasiliev (66 kg/GR) unterstrich wie schon im Auftaktkampf sein brilliantes, technisches Können und bezwang auch KFC-Routinier Arne Brömme mit 9:0 Wertungspunkten. Damit hatte Markneukirchen den 12:12-Ausgleich hergestellt.

Andrzej Grzelak (86 kg/FR) ließ dann gegen den passiv eingestellten Johann Steinforth einen 8:0-Punktsieg folgen, der AVG ging vor den letzten, beiden Kämpfen gar noch mit 15:12 in Führung.

Heiko Holzapfel (75 kg/FR) hatte gegen den schnellen- und 8 kg schwereren Florian Liebscher alle Hände voll zu tun. Trainer Andy Schubert sah zudem einige Techniken des Markneukirchners von Kampfrichter Dirk Steinle/Detmold nicht bewertet, so dass der KFC-Ringer einen 14:0-Punktsieg verbuchen konnte und nunmehr der KFC Leipzig zum 15:15 ausgleichen konnte.

Nun lag es in den Händen von Tim Bitterling (75 kg/GR), der es allerdings mit Karan Mosebach zu tun bekam, der 2014 bei den Kadetten Vize-Europameister wurde und bei den Olympischen Jugendspielen in Nanjing (CHN) den 4. Platz belegte. Beide trainieren im Leistungszentrum Frankfurt(O.), kennen sich genau, dennoch gab es ein Duell auf Biegen und Brechen. „Tim hat einen klasse Kampf hingelegt, ich meine der beste Kampf überhaupt, seit er bei uns ist“, so Andy Schubert trotz der knappen 2:5-Niederlage, die den 15:17-Endstand herbei führte.

„Die Schuld für die Niederlage möchte ich keinesfalls in den letzten, beiden Begegnungen suchen, auf der einen Seite war Leipzig in den unteren Gewichtsklassen sehr gut aufgestellt, auf der anderen Seite darf ein derartiger Einbruch von Marcin Olejniczak eigentlich nicht passieren“, so Andy Schubert in einem ersten Resümee. Doch der Pole hat uns in der letzten Saison so viele Kämpfe aus dem Feuer gerissen, da wollen wir nicht den Stab über ihn brechen“, so Andre Backhaus, der 1988 damals noch beim SC Leipzig Weltmeister wurde und sich auch bei seinem 16:0-Überlegenheitserfolg gleich wieder heimisch fühlte.

rjö

AV Germania verliert 15:17 in Leipzig