Ringen / 2. Bundesliga-Nord / AVG Markneukirchen

Markneukirchen – „… und wenn man schon mal kein Glück hat, dann kommt auch noch Pech dazu …“, dieser Spruch beschreibt die Stimmung im Lager des AV Germania Markneukirchen nach der gewaltigen 5:21-Klatsche beim Heimauftakt gegen den AC Werdau.

„Das wir gegen diese sehr starke- und ausgeglichen besetzte Mannschaft der Westsachsen nichts reisen, haben wir schon erwartet, aber das es so krass wird…“, winkte Trainer Andy Schubert ab und verwies auf die viel zu hohen Niederlagen, die den knappen Punktsiegen seiner Mannschaft gegenüber standen.
Die Achillesferse des AVG in den ersten Begegnungen-, wie schon in Leipzig lag Markneukirchen nach drei Kämpfen mit 0:12 zurück, ein Rückstand, der angesichts knapper Entscheidungen in dieser Staffel kaum noch wett gemacht werden kann. Markneukirchens Neuzugang Mark Nickel (57 kg/FR) reiste diesmal zwar an (in Leipzig fehlte der Neuzugang), war jedoch gegen Alexander Röll im ungewohnten Freistil überfordert und auch der für den verletzt angeschlagenen Marcin Olejniczak ins Schwergewicht aufgerückte Marian Mihalik stand gegen den  40 kg schwereren Miloslav Metodiev auf verlorenem Pusten und unterlag nach nur 1:14 Minuten auf Schulter. Nicht einmal eine Minute dauerte der Kampf von Rene Roth, der einmal mehr ins Limit bis 61 kg Gewicht reduzierte und darüber hinaus auch noch im griechisch-römischen Stil kämpfen musste. Ion Lefter hatte nach 49 Sekunden die 16-Punkte-Differenz hergestellt. „Es wird absolut keine Kritik an der Leistung von Rene geben, wir sind froh, dass er sich in den Dienst der Mannschaft stellt“, so Trainer Andy Schubert energisch. Als auch Lukasz Dublinowski (98 kg/FR) gegen Werdaus WM-Teilnehmer Attila Smik eine 0:7-Niederlage hinnehmen musste, waren die ‚Messen‘ für den AVG bereits gelesen.
Erst Boycho Boychev (66 kg/FR) schaffte gegen den keineswegs schlechten William Stier einen 8:4-Punktsieg und holte damit die ersten zwei Mannschaftszähler auf das Konto des AVG zum 2:16-Halbzeitstand.
Mit dem Kampf von Boycho Boychev begann die stärkste Phase des AVG, denn nach der Pause sorgte Francis Weinhold (86 kg/GR) mit einem starken Kampf gegen Chris Schneider für weitere Markneukirchner Punkte, Weinhold gewann nach starker Leistung mit 8:1 gegen den Ex-Thalheimer. Mit starken Kämpfen glänzte zuletzt AVG-Neuzugang Radoslav Vasiliev (66 kg/GR), doch beim Heimauftakt am vergangenen Samstag stahl Werdau’s Niklas Ohff dem Bulgaren die Show. Ohff kämpfte clever, leistete sich gegen den wurfstarken Vasiliev keine Fehler und gewann letztendlich mit 11:5. Einen spannungsgeladenen Kampf sahen die 240 Zuschauer in der prall gefüllten Trainings- und Wettkampfarena im Limit bis 86 kg/FR, wo Andrzej Grzelak und Franco Büttner aufeinander trafen. Grzelak entschied das Duell hauchdünn mit 5:4 für sich, erntede dafür jedoch nur einen Mannschaftspunkt.
Die letzten, beiden Kämpfe gingen an die Westsachsen, Markneukirchens Neuzugang Sebastian Nehls (75 kg/FR) unterlag gegen Engin Ismail, der für Zsobor Gulyas (schloss sich dem Erstbundesligisten KAV Mansfelder Land an) ins Werdauer Team rückte, mit 0:16 nach nur 1:34 Minuten, während Filip Dubski (75 kg/GR) gegen Felix Pflauger ungestüm begann, dann jedoch abbaute. Pflauer, der im Leistungszentrum Frankfurt(O.) lernt und trainiert, holte bis zum 3:3 auf und gewann auf Grund der höheren Wertung den letzten Mannschaftspunkt des Tages zum klaren 21:5 für den AC Werdau.

„Mit Mark Nickel und Sebastian Nehls haben wir zwei junge, deutsche Ringer verpflichtet, die noch nicht über Zweitliganiveau verfügen, damit haben wir in den unteren Gewichtsklassen ein riesiges Problem und den verletzungsbedingten Ausfall von Marcin Olejniczak im schwersten Limit können wir derzeit auch nicht gleichwertig kompensieren“, so AVG-Trainer Andy Schubert, der mit seinem Team nach dem 3. Saisonkampf auf dem Boden der Tatsachsen steht. „Aus diesem Tief müssen wir so schnell es geht heraus und uns wieder auf eigene Stärken besinnen“, so auch Andre Backhaus mit Blick auf die kommende Begegnung, wo es beim Vorjahressieger RV Lübtheen am kommenden Samstag erneut sehr schwer wird.

jr
AV Germania verliert 5:21 gegen Spitzenreiter AC Werdau