Ringen / 2. Bundesliga – Nord – AVG Markneukirchen
Lübtheen – Fast wäre den Markneukirchner Zweitligaringern eine faustdicke Überraschung gelungen, doch am Ende unterlag der AVG Markneukirchen vor 500 Zuschauern – darunter auch etwa 15 unverwüstliche AVG-Fans, beim Staffelsieger des Vorjahres RV Lübtheen mit 12:14 und steckt damit vorerst mit 2:6 Zählern im hinteren Tabellendrittel fest.

Marc Nickel (57 kg/FR) setzte sich gegen Mitko Asenov, der zu den besten Papiergewichtlern der Nordstaffel gehört ordentlich zur Wehr, unterlag jedoch im ungewohnten Freistil kämpfend, vorzeitig. Marcin Olejniczak (130 kg/GR) musste gegen den Bulgaren Daniel Bankov antreten, der sich als äußerst unbequem erwies. Der Pole in Markneukirchens Diensten holte 4:2 Wertungspunkte, so dass am Ende ein Zähler auf das AVG-Mannschaftskonto wanderte. „Olejniczak ist noch nicht in der Form des Vorjahres“, so AVG-Trainer Andy Schubert.
Dennoch; die AVG-Ringer waren nun im Fahrwasser und auch der taktische Gewichtsklassenwechsel in den leichten Kategorien machte sich bezahlt, denn Roman Walter (61 kg/GR) punktete Alex Fuhr noch in der ersten Runde des Kampfes mit 16:0 aus und sicherte seinem Team gleich vier Mannschaftspunkte. Auch Lukasz Dublinowski (98 kg/FR) kommt immer besser in Schwung, der Neuzugang des AVG bezwang Robert Glor, der im Vorjahr noch in der 1. Bundesliga für den KAV Mansfelder Land kämpfte mit 4:1 Wertungspunkten und erzielte damit zwei Mannschaftspunkte für Markneukirchen.
Als im letzten Duell vor der Pause Boycho Boychev (66 kg/FR) Lübtheens Routinier Dennis Langner zwei Sekunden vor Kampfende durch einem technischen Überlegenheitserfolg mit 18:2 von der Matte schickte, führten die Musikstädter mit 11:4.

Die Pausenansprache des Lübtheener Trainergespanns Sievertsen/Compas war in der Kabine der Gastgeber unüberhörbar und so bäumte sich der Staffelsieger des Vorjahres vor allem mit seinen dänischen Auswahlringern noch einmal auf. Francis Weinhold (86 kg/GR) wehrte sich ordentlich gegen Rajbek Bisultanov, der Däne siegte am Ende mit 8:0 und holte zwei Punkte auf das Konto der Gastgeber. Markneukirchens Radoslav Vasiliev (66 kg/GR) hätte gleich kontern müssen, doch der AVG-Neuzugang aus Bulgarien kam gegen Anders Eckström nicht zurecht und unterlag dann gar noch. „Sicherlich ein endscheitender Knackpunkt in dieser Begegnung, beide Kämpfer waren gleichstark“, so Andre Backhaus, der die Siegpunkte dort, wo er einst die ersten Schritte auf der Matte machte, auch gern mitgenommen hätte.

Andrzej Grzelak (86 kg/FR) hingegen steuerte durch seinen 8:6-Punktsieg über Sebastian Otto einen weiteren Punkt zum Gesamtstand seines Teams bei und so führte der AVG vor den beiden abschließenden Weltergewichtskämpfen mit 12:8. Und dann war es Sebastian Nehls (75 kg/FR), der im Duell gegen Sebastian Nowak über sich hinaus wuchs und bis wenige Sekunden vor Kampfende noch führte und dann zum Entsetzen der Markneukirchner Trainerecke von Sebastian Nowak noch geschultert wurde. Damit glich Lübtheen zum 12:12 aus und hatte mit WM-Teilnehmer Frederik  Bjerrehuus (75 kg/GR) gar noch einen Joker im Ärmel, der gegen Filip Dubski einen 4:1-Punktsieg erkämpfte und damit den Sieg für die Gastgeber in letzter Sekunde aus dem Feuer riss. 14:12, so der Stand nach 10 Begegnungen, die Markneukirchner Zweitligaringer standen trotz großartiger Steigerung einmal mit leeren Händen da.

„Das war eine sensationelle Steigerung im Gegensatz zum Heimkampf gegen Werdau, jeder hat gekämpft, gefightet, es ist so schade für die Mannschaft, dass dieser Kampf kurz vor Ultimo dann doch noch verloren ging“, zeigte sich das AVG-Trainergespann Backhaus/Schubert – aber auch die mitgereisten Fans trotz der knappen Niederlage hochzufrieden mit der Leistung ihrer 10 Aktiven.

rjö

12:14 verlieren unsere Ringer vom AVG unglücklich in Lübtheen