Ringen / 2. Bundesliga-Nord –  AVG Markneukirchen

AVG-Ringer unterliegen erneut knapp; Greiz gewinnt Vogtland-Derby mit 12:11 in Markneukirchen

Markneukirchen – Die Zweitligaringer des AVG Markneukirchen warten weiter auf den 1. Heimsieg, auch gegen den Lokalkonkurrenten RSV Rotation Greiz mussten die Schützlinge des Trainergespannes Andy Schubert/Andre Backhaus eine hauchdünne 11:12-Niederlage quittieren.

Es soll einfach nicht sein, Markneukirchen verliert auch den letzten Heimkampf der Hinrunde – und einmal mehr war es eine Begegnung, die kein Kriminalautor hätte spannender schreiben können. Die letzte Wertung im letzten Duell des Abends entschied über Sieg und Niederlage, am Ende hätten wohl beide Teams mit einem Unentschieden sehr gut leben können. Doch Toni Stade (75 kg/GR holte gegen Markneukirchens Weltergewichtler Tim Bitterling kurz vor dem Schlussgong den 9. Wertungspunkt, der dem Greizer Team 3 Mannschaftspunkte zum 12:11-Sieg einbrachte.

„Doch die Niederlage allein an Tim Bitterling festzumachen wäre zu einfach, zuvor haben einige unserer Athleten ihr Leistungsvermögen nicht ausgeschöpft“, ärgerte sich Andre Backhaus bei der Pressekonferenz über die knappe Niederlage. Kurz zuvor war der 45-jährige über sich hinaus gewachsen und hatte mit seinem Sieg über Adam Sobieraj die Tür zu einer Überraschung zum ersten Heimsieg des AVG weit aufgestoßen. Im vorletzten Kampf hatte dann Andrzej Grzelak (75 kg/FR) gegen Daniel Sartakov drei Mannschaftspunkte zur 11:9-Führung der Germanen erkämpft. Doch Toni Stade riss die Begegnung für die Gäste aus dem Feuer.

Einmal mehr gab der AVG die meisten Punkte in den leichten Gewichtsklassen ab, das unterste Limit bis 57 kg hatten die Germanen gar nicht besetzt, der ohnehin sehr starke Vladimir Codreanu erhielt die 4 Mannschaftspunkte damit schon an der Waage. Beim Duell von Roman Walter gegen den Greizer Neuzugang Sven Cammin hatten die Markneukirchner Verantwortlichen eigentlich mit einem Sieg des Hofers geliebäugelt. Walter, der zudem ungewohnten griechisch-römischen Stil kämpfte, lag zur Halbzeit des Duells mit 3:4 zurück, noch war nichts entschieden. Im zweiten Abschnitt legte Cammin nach, holte Punkt für Punkt und sicherte sich den am Ende klaren 10:3-Punktsieg, der Greiz zwei wichtige Punkte brachte. Marcin Olejniczak (130 kg/GR) hatte mit dem sich tapfer wehrenden Boris Eisenstein seine liebe Mühe, der Pole ist nicht in der Verfassung des Vorjahres, Eisenstein hielt die Niederlage in Grenzen. Auch Lukasz Dublinowski macht die Fingerverletzung noch zu schaffen, er brachte den 5:1-Punktsieg gegen Sebastian Wendel in trockene Tücher und zwei Mannschaftspunkte auf das AVG-Konto.
Entsetzte Gesichter bei den Gastgebern, als Boycho Boychev (66 kg/FR) vom Moldawier  Vladimir Gotisan ausgekontert wurde. In Runde eins hätte sich der Bulgare nicht beschweren dürfen, wenn Kampfrichter Hausmann (Luckenwalde) abgeklopft hätte. „Es muss eine Sekunde Stillstand sein, wenn ein Ringer mit beiden Schultern die Matte berührt, so der Luckenwalder, der sich trotz vieler Emotionen auf beiden Seiten nicht aus der Ruhe bringen ließ. Gotisan siegte souverän mit 9:0 Punkten und stellte damit den 9:5-Halbzeitstand aus Sicht des RSV Rotation her.

Zum Beginn der zweiten Hälfte des Kampfabends startete Francis Weinhold (86 kg/GR) die Aufhaljagd des AVG mit einem 2:0-Punktsieg. Die beiden Zähler gab es nach einem Kopfstoß von Leffler, der mit einer Verwarnung bestraft wurde. Lange lag Radoslav Vasiliev (66 kg/GR) gegen Brian Tewes zurück, doch dann holte der bulgarische Gastringer des AVG mit einem sehenswerten  Wurf 5 Punkte und drehte damit die Begegnung.
Riesenstimmung im Markneukirchner Fanblock, als Andre Backhaus (86 kg/FR) in einem- von Taktik geprägtem Duell seinen polnischen Kontrahenten Adam Sobieraj mit 2:0 Punkten in die Schranken zwang. Damit war der AVG Markneukirchen vor den beiden Weltergewichtsbegegnungen mit 8:9 wieder ‚voll im Geschäft‘ – und erst recht, als Andrzej Grzelak mit weiteren 3 Mannschaftspunkten die knappe Führung erzielte.

„Wenn man als letzter Ringer die entscheidenden Punkte zum Gesamtsieg holt, wird man auch besonders gefeiert, aber ich denke, dass heute alle ihren Anteil am knappen 12:11 haben“, gab sich der Greizer Toni Stade bei der anschließenden Pressekonferenz bescheiden, während RSV-Trainer Swen Lieberamm vor allem Daniel Sartakov ins Gebet nahm; „… wenn er die Nerven behält und nur zwei Mannschaftspunkte an Grzelak abgibt, dann muss Toni Stade nicht mit diesem riesen Druck auf die Matte“.

„Wir haben vergangenes Jahr in der Rückrunde viele Kämpfe gewonnen, stehen nach dem Stilartenwechsel auch in dieser Saison besser“, hofft Andre Backhaus auf viele Punkte in der Rückrunde.

rjö

Die Ringer des AV Germania verlieren das Vogtlandderby gegen Greiz denkbar knapp mit 11:12