Ringen / 2. Bundesliga-Nord – AVG Markneukirchen

Not-Mannschaft kann in Thalheim nicht mithalten

Markneukirchen – Mit einer ‚Notmannschaft‘ reisten die Zweitligaringer des AVG Markneukirchen am vergangenen Kampftag nach Thalheim. Während Roman Walter zum Internationalen Turnier nach Estland reiste, wurde Boycho Boychev vom Bulgarischen Nationaltrainer ins Trainingslager berufen, wo die Athleten schon auf die Olympia-Qualifikationswettkämpfe im kommenden Jahr eingestimmt werden.
Das Trainergespann Andy Schubert und Andre Backhaus mussten somit einige Veränderungen in der Mannschaftsaufstellung vornehmen-, mit negativen Folgen.
Das leichteste Limit bis 57 kg/GR ließen die AVG-Trainer unbesetzt, so das die ersten vier Mannschaftspunkte schon an der Waage auf das Konto der Gastgeber wanderten.
Zum echten ‚Bruderkampf‘ kam es zwischen Markneukirchens Lukas- und Thalheims Radoslav Dublinowski. Hatte in Markneukirchen, beim Hinkampf der AVG-Ringer die Nasenspitze vorn, so gewann diesmal sein Bruder Radoslav für den RV Thalheim. „Einmal mehr haben sich Beide nichts geschenkt, der Kampf hatte es in sich“, so AVG-Trainer Andy Schubert, wobei der AVG-Ringer nur durch eine Unachtsamkeit verlor.
Rene Roth (61 kg/FR) stand gegen den starken Rumänen Ioan Donu (3. der Junioren-EM 2012) auf verlorenem Posten. Fünf Sekunden vor dem Pausengong stellte Donu den  15-Punkte-Abstand her, der zum Abbruch durch technische Überlegenheit führte.
Und dann kam es richtig schlimm für den AVG; denn auch Marcin Olejniczak (98 kg/GR) verlor wie schon in der Hinrunde  gegen Alexander Tyschkowski. Im letzten Duell vor der Pause revanchierte sich Thalheims Alexander Grebensikov (66 kg/GR) bei Radoslav Vasiliev für die Niederlage aus der Hinrunde. Mit einem Schleuder-Abbrecher, der eigentlichen Lieblingstechnik des für Markneukirchen ringenden Bulgaren, drückte Grebensikov seinen Gegner Vasiliev auf beide Schultern.
Damit hatte der AVG Markneukirchen alle 5 Begegnungen vor der Pause verloren und lag bereits mit 0:15 zurück.

Mit Wut im Bauch ging Andre Backhaus (86 kg/FR) auf die Matte, machte seine Trickkiste ganz weit auf und wieß Alexander Hast, der am Leistungszentrum Leipzig lernt und trainiert, mit 24:8 Wertungspunkten in die Schranken. 30 Sekunden vor Ablauf der sechsminütigen Kampfzeit stellte Backhaus die 15-Punkte-Differenz her und holte damit die ersten vier Mannschaftspunkte für die Musikstädter. Justin Müller (66 kg/FR) sprang für Boycho Boychev ein und unterlag nach großer Gegenwehr dem polnischen Spitzenringer Dawid Takunov mit 2:12.
Marian Mihalik (86 kg/GR) bekam es mit dem tschechischen WM-Teilnehmer Petr Noack zu tun, dem der Slowake mit 0:6 unterlag.
Blieben die beiden Weltergewichtsklassen, wobei die Begegnung längst zu Gunsten der Gastgeber entschieden war. Andrzej Grzelak (75 kg/FR) schickte Elias Stürmer nach 2:33 Minuten wieder zurück in die Trainerecke, der außerordentlich starke Pole in Diensten des AVG gewann mit 16:0 durch technische Überlegenheit. Den Schlusspunkt setzte dann mit Tobias Löffler (75 kg/GR) erneut ein RVT-Ringer. Auf AVG-Seite war Heiko Holzapfel kurzfristig für den gesundheitlich angeschlagenen Tim Bitterling im ungewohnten griechisch.römischen Stil eingesprungen. Löffler spielte gleich zum beginn des Kampfes seine Stärken in dieser Stilart aus, bezwang den Markneukirchner mit 16:0 Punkten und stellte den 24:8-Endstand her.

„Auch mit voller Mannschaft wäre es wohl sehr schwer für uns geworden“, so ein ‚angeschlagener‘ AVG-Trainer Andy Schubert, dem dieses Resultat zu hoch ausfiel.

Jörg Richter

AV Germania verliert in Thalheim 8:24