Ringen / Rene Roth im Dienst des AVG Markneukirchen

Markneukirchen – Einmal 11 Kilo abnehmen ? Davon träumen wohl viele, die über die Weihnachtsfeiertage dem Festtagsbraten etwas zu sehr zugesprochen haben. Diäten gibt es viele, die Meisten taugen nichts, über Monate kämpft man mit einigen Gramm weniger auf der Waage und der Jo-Jo-Effekt ist riesig, denn am Ende steht man danach mit mehr Kilo auf der Waage als zuvor.

Der Markneukirchner Ringer Rene Roth hat eine wahre Roßkur hinter sich, in den Wochen der Zweitliga-Meisterschaftsrunde hat er insgesamt über 11 Kilo abgespeckt und sich über die gesamte Saison in den Dienst des Zweitligateams AV Germania Markneukirchen gestellt.

Zum Saisonstart stellten sich beim AVG Probleme im leichtesten Limit ein, Roman Walter schaffte das leichteste Limit bis 57 kg nur noch mit großer Mühe, Marc Nickel musste sich noch während der Hinrunde einer Meniskus-OP unterziehen. So stellte sich Rene Roth in den Dienst der Mannschaft, musste jedoch das Körpergewicht von 68 kg auf unter 61 kg verringern, um laut DRB-Reglement dann trotz Übergewicht überhaupt im leichtesten Limit zur Mannschaft zu zählen.

„Das hatte nicht nur den Hintergrund, dass wir mit voller Mannschaft antreten konnten, obwohl die Punkte von Rene Roth schon an der Waage an den Gegner gingen, sondern auch das eine unbesetzte Gewichtsklasse durch den DRB mit 250 € je Kampf sanktioniert wird“, begründet Mannschaftsleister Sven Weigelt die Notwendigkeit, in der zweithöchsten Kampfklasse mit 10 Ringern anzutreten, wovon einer sein Gewichtslimit überschreiten darf.

Doch es ging weiter, denn als Rene Roth in der Rückrunde beim Durchstöbern der Wettkampfprotokolle sah das mit Gelenaus Routinier Daniel Franke ein direkter Konkurrent gegen Werdau die 57 kg-Marke schaffte und darüber hinaus seinen Kontrahenten Alexander Röll mit 15:0 vorzeitig von der Matte schickte, sagte er: „… das schaffe ich auch“ !

Doch das Vorhaben wurde zur Tortur, noch am Mittag trabte Rene Roth in dicke Trainingssachen gehüllt in die Landesgemeinde und zurück, um die 57-kg-Hürde zu unterbieten. 56,8 kg zeigte die Waage 18:45 Uhr beim offiziellen Wiegen an – geschafft. Doch war da noch der Kampf. Sechs lange Minuten, in denen der junge Pausaer Nils Buschner dem AVG-Ringer alles abverlangte, der schon in der ersten Runde kaum noch stehen konnte. 7:1 gewann Rene Roth und sorgte so im Vogtland-Derby gegen die WKG Pausa/Plauen für die ersten, wichtigen Punkte.

„Was Rene da geleistet hat, ging schon über die Kräfte, das war Willensstärke pur“, lobte AVG-Trainer Andy Schubert den kleinen, großen Recken. „So etwas kann man nur, wenn das Herzblut für den Verein fließt“, ergänzt der AVG-Vorsitzende Jens Berndt. „Respekt, das hat uns schon an der Waage gezeigt, das Markneukirchen hier alles versucht und dazu im letzten Heimkampf noch einmal alles aufbietet“, so auch Gästetrainer Silvio Hoffmann anerkennend, der in seiner noch nicht beendeten Ringerlaufbahn ebenfalls viel Gewicht reduzieren musste.

„Natürlich ist so eine Aktion, das Gewicht zu reduzieren im Kampfsport üblich, jedoch nur für durchtrainierte Athleten, die zudem kerngesund sind, möglich“, kämpft DRB-Arzt Dr. Christian Klotz mit seinem Team vor allem gegen das Gewichtreduzieren im Kinder- und Jugendbereich an, empfielt es in diesen Dimensionen auch nicht für den ‚Hausgebrauch‘ und warnt dabei vor ernsthaften Schädigungen.

„Ich bin beruflich sehr eingespannt, habe kaum Zeit zum Training, daher war es schon ziemlich schwer das Gewicht so zu reduzieren- und auch zu halten, aber ich bin froh das ich der Mannschaft damit helfen konnte und auch noch einen Kampf gewonnen habe“, so Rene Roth, der diese Tortur nicht so schnell wieder anstreben möchte.

Die Mannschaft jedenfalls wusste diese Hilfe zu schätzen und den Respekt der Gegner verdiente sich das Markneukirchner Eigengewächs ebenso.

Jörg Richter

Der AV Germania sagt „Danke Rene‘ „