Ringen / Festakt 120 Jahre Ringen in Markneukirchen

Markneukirchen – Am vergangenen Samstag erlebte das Jubiläumsjahr der Ringer aus der Musikstadt mit dem Festakt ‚120 Jahre Ringen in Markneukirchen‘ einen weiteren Höhepunkt.

Etwa 160 Gäste aus Sport, Politik und Wirtschaft, aber auch ehemalige- und aktuelle Ringergrößen des AVG feierten diesen Meilenstein des Markneukirchner Ringkampfsportes in der neuen Trainings- und Wettkampfhalle des AVG. Zahlreiche Glückwünsche wurden ausgetauscht, auch Markneukirchens Bürgermeister Andreas Rubner hatte sich tief in die Ringergeschichte seiner Stadt hinein gelesen. Lutz Kölbel überbrachte die Grüße des Landratsamtes, der DRB-Pressereferent Jörg Richter vertrat den Deutschen Ringer- Bund dort, wo er vor genau 40 Jahren selbst seine ersten Schritte auf der Ringermatte machte. Wolfgang Quente war als Vertreter des Ringer- Verbandes Sachsen in Markneukirchen, der Kreissportbund wurde von Walter Voigt vertreten.

Einen Abriss der traditionsreichen Ringergeschichte verlas der Vorsitzende des AV Germania, Jens Berndt, der viele, interessante Details – Angefangen mit der Gründung des wohl ältesten, sächsischen Ringervereins am 17. Oktober 1896 – bis hin zum Ausbau des ehemaligen Volkshauses zur neuen Trainings- und Wettkampfhalle, in der man sich zum Festakt traf.

Zwei Weltkriege warfen den Ringkampfsport in Markneukirchen zurück, viele erfolgreiche Ringer kamen von den Schlachtfeldern nicht wieder zurück ins Vogtland. Dennoch lebte der Ringkampfsport in der Musikstadt immer wieder auf – ja wurde stärker als zuvor.
Viele Namen prägten den Markneukirchner Ringkampfsport, angefangen beim ersten Vorstand Max Hoyer (1896 – 1930), über Fritz Patzig, Hans Rubner, oder Erich Sammer, die zwischen den beiden Weltkriegen zu den besten Markneukirchner Ringern zählten.

Nach dem 2. Weltkrieg war es Rolf Puggel, der gemeinsam mit Fritz Patzig und Johannes Diener den Ringkampfsport in Markneukirchen neu formierte. Unter dem Namen BSG Motor Markneukirchen wuchs die Ringersektion zu einer der besten Nachwuchsschmieden der ehemaligen DDR, aus der zahlreiche, erfolgreiche Ringer hervor gingen.

Der Bau der Ringerhalle in vielen tausend Stunden Eigenleistung war ebenso Thema des Rückblickes, der die Odysee der Ringer durch Markneukirchner Trainingsstätten, wie der Gaststätte Paradies am Roten Markt, über den Reichsadler, der Turnhalle am Kirchsteig und im kleinen Saal des Volkshauses beendete.

Doch auch die beiden Tiefpunkte wurden benannt, als man die Männermannschaft aus der DDR-Oberliga zurückziehen musste, sowie die Insolvenz 2005. Doch die Ringer wären keine Kämpfer, wenn sie sich aus den Krisenzeiten nicht wieder heraus gekämpft hätten.

Lob für die Veranstaltung gab es auch vom KSV Pausa, Ulrich Leithold und Horst Steinert waren nach Markneukirchen gekommen, um zu gratulieren. Der KSV feierte 2009 sein 100-jähriges Bestehen, wobei es bis zum 2. Weltkrieg- und auch noch danach weitere Ringer-Vereine in Zwota, Plauen und Adorf gab, mit denen spannende Derbys ausgerungen wurden.

Der Festakt bot natürlich eine gute Gelegenheit, verdienstvolle Athleten, Funktionäre und Alte Athleten auszuzeichnen. So erhielten Rolf Ritter, Franz Sattler und Klaus Plaul eine Ehrung seitens des Ringer- Verbandes Sachsen, während Andre Backhaus die Ehrennadel des Deutschen Ringer- Bundes in Bronze angesteckt bekam.

Gerade von einem Internationalen Juniorenturnier aus dem georgischen Batumi zurück, reiste Franz Richter direkt vom Aerport Frankfurt/M. zum Festakt nach Markneukirchen. Für den Deutschen Meistertitel der Kadetten 2015, den 5. Platz bei den Europameisterschaften-, sowie die Teilnahme an den Weltmeisterschaften des Vorjahres mit Platz 12 wurde der derzeit erfolgreichste Nachwuchsringer vom Vorsitzenden Jens Berndt geehrt. 2016 schaffte es Franz Richter im ersten Juniorenjahr bei den Deutschen Meisterschaften sofort auf Rang zwei zwei – ein super Start in der neuen Altersklasse, den der 18-jährige mit einem 5. Platz in Georgien unterstrich.

„Damit ist der Bogen von den ehemaligen Ringerrecken zu den derzeitigen Erfolgen geschlagen“, blickt der AVG-Vorsitzende Jens Berndt auch auf die Schar junger Nachwuchsathleten aus der C-, D- und E-Jugend, die erfolgreich bei den Sachsenmeisterschaften 2016 in Markneukirchen auftraten – und die einmal die alten, Markneukirchner Ringertraditionen fortsetzen sollen.

rjö

Festveranstaltung 120 Jahre Ringen in Markneukirchen