Ringen / 2. Bundesliga – AVG Markneukirchen

Greiz gab in der Musikstadt den Ton an / Niederlage im Derby überschattete Kantersieg des AVG vom Vortag

Markneukirchen – Die Zweitligaringer des AV Germania Markneukirchen gehen mit Sieg und Niederlage aus dem Doppelkampftag des vergangenen Wochenendes, während am Samstag ein 21:2-Kantersieg gegen den KFC Leipzig eingefahren wurde, kamen die Musikstädter am Sonntagabend gegen den vogtländischen Lokalrivalen mit 6:22 sprichwörtlich unter die Räder.

Beim Vogtland-Derby gab der RSV Rotation Greiz den Ton in der Musikstadt an. „Wir wollten uns für die Heimniederlage aus der Hinrunde revanchieren, meine Ringer waren motiviert bis in die Haarspitzen und haben hier eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt“, so das Resümee von Gästetrainer Tino Hempel nach dem Kampf, dass bei Markneukirchens Coach Andy Schubert beifälliges Nicken auslöste.
In der ersten Hälfte des Kampfabends konnte Markneukirchen noch mithalten, guter Start des AVG durch Valerij Borgoiakov (57 kg/GR), der nach einer ganzen Serie von Würfen und Rollen im Bodenkampf zum schnellen Sieg kam, wobei sich der Greizer Dustin Nürnberger eine Platzwunde zuzog und das Greizer Trainergespann den jungen Ringer aus dem Kampf nahm.
Lukasz Dublinowski wechselt in der Rückrunde ins Schwergewicht, sollte gegen Sebastian Jezierzanski die Niederlage in Grenzen halten, was ihm bis zur Mitte der 2. Runde auch gelang, doch der Pole in Greizer Diensten baute seinen Vorsprung bis auf 10:0 aus und holte damit 3 Mannschaftspunkte für den RSV. Roman Walter (61 kg/FR) bot den bislang ungeschlagenen Moldawier Vladimir Codreanu die Stirn, überraschte mit schönen Beinangriffen, konnte jedoch die klare 7:15-Niederlage nicht verhindern, ebenso Franz Richter (98 kg/GR), der den Polen Lukasz Konera immer wieder unter Druck setzte, seine Aktionen jedoch nicht in Punkte ummünzen konnte und mit 1:5 unterlag. Erst Radoslav Vasiliev (66 kg/GR) holte wieder Punkte für die Gastgeber, allerdings war sein Kontrahent Florian Crusius sehr gut eingestellt und ließ nur ein 4:0 des Bulgaren in AVG-Diensten zu. 6:8, so der noch knappe Pausenstand.
Doch in der 2. Hälfte des Kampfabends brach Markneukirchen völlig ein. Respekt: Andre Backhaus (86 kg/FR) stellte sich erneut gegen den aktuellen Deutschen Meister in die Mannschaft des AVG, wollte unbedingt die Niederlage aus der Hinrunde ausmerzen. Doch der derzeit beste, deutsche Freistilringer ließ auch diesmal nichts anbrennen und punktete den AVG-Routinier erneut mit schnellen Beinangriffen vorzeitig aus. Damit war der Nerv im AVG-Team endgültig gezogen, zudem mit Boicho Boichev der stärkste Ringer im AVG-Team fehlte. Justin Müller vertrat den Bulgaren, konnte sich im Bodenkampf nicht aus dem Griff von Vladimir Gotisan lösen, der den Markneukirchner im Bodenkampf mit 16:0 Punkten ‚ausrollte‘. Marian Mihalik (86 kg/GR), der für Francis Weinhold ins AVG-Team rückte ging gegen Tom Linke zunächst in Führung, doch dann drehte der Stralsunder, der seit drei Jahren für Greiz die Ringerstiefel schnürt auf und drehte den Kampf mit 6:3 zu seinen Gunsten. Tim Bitterling (75 kg/GR) musste eine 0:4-Punktniederlage gegen Toni Stade quittieren und auch Andrzej Grzelak (75 kg/FR) könnte seine 5:0-Führung gegen Daniel Sartakov nicht behaupten und unterlag noch mit 5:8, ein Kampf der das gesamte Geschehen der Begegnung widerspiegelte.
„Wir wussten dass Greiz mit voller Mannschaft nicht zu schlagen ist, wollten das Ergebnis aber im Rahmen halten, das ist uns nicht gelungen“, so AVG-Trainer Andy Schubert, der Greiz zum verdienten Sieg gratulierte.

Die Niederlage gegen Greiz überdeckte den klaren 21:2-Sieg vom Vortag etwas, mit dem der KFC Leipzig von der Matte gefegt wurde. Valerij Borgoiakov (57 kg/GR) begann den Punktereigen mit einem kurzrundigen Sieg über den jungen Viktor Weigandt, Lukasz Dublinowski (130 kg/FR) setzte nach und erhöhte mit seinem Überlegenheitserfolg über Jan Richtsteig auf 8:0 für den AVG. Roman Walter (61 kg/FR) machte gegen den international erfahrenen Polen Adam Bienkowski einen starken Kampf, den er jedoch mit 4:6 erst in der Schlußphase des Duells verlor. Franz Richter (98 kg/GR) gewann sein Heimdebüt für den AVG in der 2. Bundesliga gegen den einstigen tschechischen Auswahlringer Vojtech Kukla nach spannendem Kampf mit 1:1, bedingt durch die zuletzt vergebene Wertung und auch Radoslav Vasiliev (66 kg/GR) hielt das 7:7 mit beiden Händen gegen den anstürmenden Landsmann Avgustin Spasov fest, der in den Reihen der Leipziger kämpft.
Nach der Pause gab Andre Backhaus (86 kg/FR) den Startschuss zur erneuten Punktejagd, der 46-jährige Routinier ließ den Landestrainer Florian Rau beim 7:2 keine Chance, Rau schaffte die ‚
Ehrenpunkte erst mit dem Schlussgong.
Einer der Besten im Markneukirchner Team war auch Justin Müller (66 kg/FR), der gegen den starken Bulgaren Stefan Ivanov einen großen Kampf machte und nur knapp mit 7:8 unterlag. Doch dann legten Marian Mihalik (86 kg/GR), Svilien Kostadinov (75 kg/GR) und Julian Gebhardt (75 kg/FR) noch einmal kräftig nach und packten gemeinsam insgesamt 9 Punkte auf das Mannschaftskonto des AVG zum 21:2-Endstand für die Muskikstädter.

Stolz war Bürgermeister Andreas Rubner nach dem Doppelkampftag auf die Ringer aus seiner Musikstadt; „… sie gehören zur Spitze in dieser 2. Bundesliga und repräsentieren unsere Stadt damit überregional, zudem war die Stimmung in der Halle richtig gut“, war der erste Bürger aus der Musikstadt auch wegen der Niederlage gegen Greiz nicht allzu enttäuscht und erkundigte sich zugleich nach dem nächsten Heimauftritt der Germanen.

Jörg Richter

Doppelkampfwochenende mit Sieg gegen Leipzig und Niederlage gegen Greiz