Ringen / 2. Bundesliga – Nord / AVG Markneukirchen

Thalheim – Nach der Niederlage gegen Greiz am vergangenen Sonntag gab es erneut gab es eine ‚kalte Dusche‘ für die Zweitligaringer des AV Germania Markneukirchen, das Team um Trainer Andy Schubert unterlag  beim RV Thalheim mit 10:17.
Dabei passte zunächst alles, Markneukirchen startete mit einem Überlegenheitssieg durch Valerij Borgoiakov (57 kg/GR), der den jungen Nick Löffler keine Chance ließ und mit 16:0 nach nur 2 Minuten Kampfzeit zum Abbruchsieg durch technische Überlegenheit kam.
Doch dann der erste Rückschlag, zwar gewann Lukasz Dublinowski (130 kg/FR) gegen Marcel Böhme mit 3:2 Punkten, doch hatte sich das Trainergespann Schubert/Backhaus deutlich mehr vom AVG-Schwergewichtler erhofft, der am Ende die Zeit von der Uhr laufen ließ, statt gegen Böhme noch einmal nachzusetzen und das Punktekonto aufzubessern.
Einen schweren Stand hatte Roman Walter (61 kg/FR) gegen den Rumänen Ioan Donu. Der 10. der diesjährigen U-23-Europameisterschaft diktierte den Kampf, setzte Walter 6 Minuten unter Druck und gewann am Ende klar mit 9:0 Wertungspunkten. Im Halbschwergewicht begann Franz Richter furios, schob den Tschechen Ondrej Dadak von einer Seite der Matte auf die Andere, kassierte jedoch zum Unverständniss der Markneukirchner Trainerecke die Passivitätsverwarnungen. „Doch am Ende fehlte auch eine zwingende Aktion, mit der er punkten kann“, so AVG-Trainer Andy Schubert. Die schaffte Dadak für Thalheim, der den Kampf mit 4:0 Wertungspunkten für sich entschied. Der Schock für das riesige Markneukirchner Lager im Sportlerheim kurz vor der Pause, als Radoslav Vasiliev (66 kg/GR) von Alexander Grebensikov mehr durch die Luft geworfen wurde, als er auf der Matte stand. Zwei Würfe, drei Rollen im Bodenkampf und zwei Punkte durch eine Verwarnung wegen Regelwidrigkeit im Bodenkampf – und das Duell war nach nicht einmal einer Minute beendet. Eine magere Vorstellung des Bulgaren, zudem sich Grebensikov bei der letzten Aktion eine Rippe brach und wohl gar nicht mehr hätte weiterringen können, doch da hatte der Ringer aus dem Bundes-Leistungszentrum Frankfurt(O.) auch schon 16:0 Punkte auf dem Konto. „Bei Vasiliev haben wir mit einem knappen Sieg gerechnet“, fehlten Mannschaftsleister Jörg Guttmann schlichtweg die Worte angesichts des 5:9-Halbzeitsandes aus Sicht des AVG.

Nach der Pause siegte jugendliche Unbekümmertheit gegen Routine und Cleverness, Thalheims 20-jähriger Benjamin Opitz (86 kg/FR) setzte sich gegen den 46-jährigen Routinier Andre Backhaus mit 7:3 Punkten durch, der frischgebackene Polizei-Europameister wirkte schneller und explosiver, wehrte die Angriffe von Backhaus ab, der am Ende noch einmal alles auf eine Karte setzte, aber dem Kampf keine Wende mehr geben konnte. Eine taktische Meisterleistung bot Markneukirchens Boicho Boichev (66 kg/FR) gegen den Polen Dawid Takunov, der AVG-Ringer gewann mit 8:0 Wertungspunkten und holte drei Mannschaftspunkte zum 8:11. Anton Noack (86 kg/GR) konnte den verletzten Francis Weinhold nicht ersetzen, zumal das Markneukirchner Eigengewächs gegen den frischgebackenen Universiade-Meister Erik Szilvassy antreten musste, der Noack mit Aushebern und Würfen traktierte und den AVG-Ringer in der 5. Kampfminute auch schulterte. Nun mussten die beiden Schlussringer des AVG über sich hinaus wachsen, um dem Kampf vielleicht doch noch eine Wende zu geben, oder zumindest ein Unentschieden zu erreichten. Svilen Kostadinov (75 kg/GR) schob und drückte, erreichte am Ende gegen Krysztof Banczyk  ein 12:0, dass dem AVG drei Mannschaftspunkte brachte. Julian Gebhardt (75 kg/FR) mühte sich, lief jedoch zwei Mal in die Konter den Thalheimers William Stier, der wie Gebhardt am Leistungszentrum Leipzig trainiert und unterlag am Ende mit 2:8 Punkten.
Die vielen, mitgereisten AVG-Fans feierten dennoch ihre Mannschaft trotz der Niederlage. „Die schnelle Niederlage von Radoslav Vasiliev, aber auch die magere Ausbeute von Lukas Dublinowski haben entscheidende Weichen zur Niederlage gestellt“, ärgerte sich AVG-Trainer Andy Schubert aber auch über mehrere umstrittene Kampfrichterentscheidungen, die aus seiner Sicht in der Summe dann doch kampfentscheidend waren.
„Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, die wir heute hier gezeigt haben, Alexander Grebensikov ragte aus dem Team noch heraus“, so Steffen Richter, Trainer des RV Thalheim zufrieden.

Der AV Germania Markneukirchen bleibt Tabellenzweiter, Schützenhilfe gab es von der WKG Pausa/Plauen, die Ringer aus dem unteren Vogtland gewannen beim RV Lübtheen mit 18:12.

Jörg Richter

Den Auswärtskampf in Thalheim verliert der AVG mit 11:17