Ringen / Regionalliga Mitteldeutschland – AVG Markneukirchen

Markneukirchner Ringer machen es erneut spannend

Jena – Die Mannschaftskämpfe des AVG Markneukirchen in der Regionalliga Mitteldeutschland sind nichts für schwache Nerven, nachdem die Fans schon in der Vorwoche beim knappen 14:12-Sieg der Germanen über Greiz förmlich mitzitterten, war es nun auch in Jena ein ‚Herzschlagfinale‘, in dem sich die Ringer aus dem oberen Vogtland erst in den beiden Schlusskämpfen mit 15:10 beim KSC Motor durchsetzten.

So begann die Begegnung in der Sporthalle in Jena-Lobeta mit einer Überraschung, denn Valerij Borgoiakov (57 kg/FR) unterlag im ungewohnten Freistil dem jungen Hassan Ismail in einem turbulenten Duell mit 16:14. Zunächst ging Borgoiakov in Führung, ließ sich dann die Kampfesführung aus der Hand nehmen und musste einem Rückstand nachjagen, den sich der junge Freistilspezialist, der bei den Deutschen Meisterschaften der A-Jugend 2017 Bronze gewonnen hatte, mit Beinangriffen und Beinschrauben erkämpft hatte. Am Ende reichte es nicht, Borgoiakov verlor knapp und Jena’s Ecke feierte den Schachzug von Trainer Lothar Gwosdz, Ismail ins leichteste Limit zu ziehen und Neuzugang Daniel Yordanov (61 kg) im angestammten griechisch-römischen Stil kämpfen zu lassen, denn auch Yordanov gewann das Duell gegen Roman Walter, der erst zum Ende der Begegnung mit dem Griechisch-Römisch-Spezialisten besser zurecht kam und mit 4 Zählern zum 4:10 nur 2 Mannschaftspunkte des bulgarischen Neuzugangs zu ließ. Zwischen Papier- und Bantamgewicht holte Franz Richter (130 kg/GR) mit einem sehenswerten Wurf und zahlreichen Bodentechniken einen 20:4-Überlegenheitserfolg- und damit 4 Mannschaftspunkte für Markneukirchen.
Einen eher taktischen Kampf gab es zwischen Lukasz Dublinowski (98 kg/FR) und KSC-Neuzugang Aslan Mahmudov. Mit der zweiten Passivitätsverwarnung an den KSC-Halbschwergewichtler, der in Luckenwalde das Ringer-A-B-C erlernte und dem zuletzt vergebenen Punkt ging Dublinovski in Führung, die er bis zum Ende gegen den anstürmenden Mahmudov verteidigte.
Kurz vor der Pause jubelte Lokalmatador Mario Koch (66 kg/FR), der gegen Markneukirchens Eigengewächs Justin Müller ein 8:0 erzwang. Mit den drei Mannschaftspunkten von Koch, der auch schon für Markneukirchen die Ringerstiefel schnürte, führte Jena zur Halbzeit mit 6:5. KSC-Trainer Lothar Gwosdz puschte sein Team in der Pause noch einmal, sah eine Überraschung für seine Mannschaft in Reichweite.

So überrannte der tschechische WM-Teilnehmer Petr Novak (86 kg/GR) seinen 15 kg-leichteren Gegner Serjan Simonyan förmlich. Der für Markneukirchen kämpfende russischstämmige Ringer, der seit einigen Jahren in Leipzig wohnt und seit dieser Saison für den AVG kämpft, musste in Runde zwei die technische Überlegenheit des KSC-Neuzugangs anerkennen. Jena führte mit 10:5. Dann war es Lucas Bast (71 kg/GR), der Markneukirchen mit einem klaren 16:0 über Dennis Gullion nach nicht einmal zwei Minuten, wieder bis auf 9:10 heran brachte. Johann Steinforth (80 kg/FR) hatte mit Norman Mahmudov erneut einen äußerst starken Konkurrenten. Mit konzentrierter Leistung setzte sich der Markneukirchner Neuzugang mit 5:1 Punkten durch und brachte den AVG erneut in Führung. Denny Latzke (75 kg/FR) setzte gegen Tillman Germar gleich noch einen drauf und gewann mit 8:5 durch schnelle Beinangriffe und sehenswerte Konterattacken. Beim Zwischenstand von 10:13 aus Sicht des KSC Motor vor dem letzten Duell lagen die Hoffnungen der Gastgeber nun auf den Schultern von Eric Lüttich (75 kg/GR). Doch Markneukirchens Trainergespann Andre Backhaus/Andy Schubert hatte mit Tim Bitterling noch ein Ass im Ärmel. Das Ass stach auch gegen den kraftaufwendig kämpfenden KSC-Ringer, Bitterling glänzte vor allem im zweiten Abschnitt der Begegnung mit schönen Techniken, der AVG-Ringer gewann verdient mit 8:2 Punkten und holte damit zwei Zähler zum 15:10-Endstand für den AVG.

„Alter Schwede, war das eine Begegnung – das war Werbung für den Ringkampfsport“, rief Hallensprecher Lars Wolf – einst selbst in der Bundesliga aktiv, dem Fanvolk zu und lobte beide Lager für diese spannungsgeladenen Kämpfe und die Fairness, trotz des knappen Kampfverlaufes.

Stimmen zum Kampf:
Andre Backhaus, Trainer des AVG, „… mir hat heute nicht alles gefallen was meine Mannschaft geboten hat, wir müssen den Kampf schon noch einmal analysieren, zudem es kommende Woche gegen Thalheim geht, aber insgesamt hat die Mannschaft trotz des Rückstandes Moral bewiesen und verdient gewonnen“.

Lothar Gwosdz, Trainer des KSC Motor Jena: „… wir hatten uns gegen Markneukirchen viel vorgenommen, wollten den Tabellenführer ärgern, das ist uns gelungen. Nach den Auftakt-Kämpfen gegen die drei Großen dieser Staffel wollen wir nun ab kommenden Samstag auch endlich Punkte einsammeln“.

Für Markneukirchen steht nun der schwere Gang nach Thalheim an, zahlreiche Fans wollen die Mannschaft beim Auswärtskampf im Erzgebirge unterstützen. „Das können sie auch, wir reisen mit einem großen Bus nach Thalheim, Interessenten können sich im Getränkegeschäft Bier-Müller an der Umgehungsstraße, oder am Donnerstag-Nachmittag in der Ringerhalle anmelden.

jr

Markneukirchen gewinnt beim KSC Motor Jena 15:10 und bleibt Tabellenführer