Ringen Regionalliga Mitteldeutschland

AVG-Ringer siegen im Endspurt

Thalheim – „Neikirng, Neikirng…“, schallte es am Ende durch das Sportlerheim in Thalheim, die Ringer des AV Germania Markneukirchen haben im Endspurt stark auftrumpfende Erzgebirger mit 17:14 bezwungen. Aufatmen am Ende der Begegnung im großen Markneukirchner Lager, der RV Thalheim hat sich als der große, kampfstarke Kontrahent erwiesen. Der Ärger bei den Fans der Heimmannschaft verflog ebenfalls schnell, hatte man doch einen, an Spannung kaum zu überbietenden Kampf erlebt.

Der AVG begann furios, Valerij Borgoiakov (57 kg/FR) begann mit Wut im Bauch, hatte er noch sehr an der Niederlage aus der Vorwoche gegen Hassan Ismail (KSC Motor Jena) zu knabbern. Gegen Thalheims Neuzugang Siamand Pinaduz ließ Borgoiakov nichts anbrennen, nach 4:09 Minuten holte er die letzten Punkte zum 18:2-Abbruchsieg durch technische Überlegenheit. Im schwersten Limit stand Franz Richter (130 kg/GR) dem starken Tschechen Ondrej Dadak gegenüber, der an den diesjährigen Europa- und Weltmeisterschaften der Junioren teilgenommen hatte. Doch Richter von Beginn an konzentriert, nutzte nach einer schönen Aktion im Standkampf die Situation zu einem sehenswerten Wurf, den Kampfrichter Peter Pippel (Potsdam) mit vier Punkten bewertete. Franz Richter dominierte das Kampfgeschehen, ließ den Tschechen gar nicht erst in den Kampf kommen und feierte am Ende den 5:0-Arbeitssieg.
Freistilspezialist Roman Walter (61 kg/GR) muss die Hinrunde im griechisch-römischen Stil kämpfen – und das macht er nicht einmal schlecht. Gegen den jungen Nick Löffler ließ Walter nichts anbrennen und drückte Thalmeim’s Eigengewächs nach 4:10 Minuten auf beide Schultern.

Dann kam es zum ‚Bruderkampf‘ zwischen Lukasz Dublinowski (98 kg/FR), der für Markneukirchen auf die Matte tritt und Radoslaw Dublinowski, der inzwischen zu Thalheim’s Inventar gehört. Einmal mehr gaben die Brüder im Kampf gegeneinander alles, waren am Ende stehend k.o., ein Beinangriff von Lukasz Dublinowski gab den Ausschlag zum Sieg des AVG-Kämpfers, der in dieser Saison vom Start weg mit schönen Kämpfen gegen starke Konkurrenz glänzte. Und das auch Radoslaw kein schlechter Ringer ist, bewieß der RVT-Halbschwergewichtler in der Vorwoche, als er Gelenau’s Kamil Woiciechowski mit 5:3 von der Matte schickte.
Gegen den starken Moldawier Raul Donu (66 kg/FR) stellte Markneukirchen auf Grund der Erkrankung von Justin Müller keinen Gegner. Pausenstand: 12:4 für Markneukirchen.

Das AVG-Trainergespann hatte die Mannschaft umbesetzt, Dimitri Blayvas (86 kg) musste im ungewohnten griechisch-römischen Stil gegen Chris Schneider antreten, stand gegen den Spezialisten in dieser Stilart jedoch auf verlorenem Posten. Auch Lucas Bast (71 kg/GR) musste nach 4:18 Minuten die Überlegenheit seines Gegners- und Frankfurter Trainingsgefährten Alexander Grebensikov anerkennen, wobei der sonst sehr gut agierende Kampfrichter Peter Pippel sehr schnell eine Verwarnung an Bast vergab die dem Gegner 2 Punkte brachten und auch die erste Aktion sah man im Markneukirchner Lager als Konter für Bast, Pippel gab in der unübersichtlichen Situation 2 Zähler an Grebensikov zum 4:0.  Damit stand es im Mannschaftsvergleich 12:12.

Doch Markneukirchens Trainergespann Andy Schubert/Andre Backhaus hatte noch einige Joker im Ärmel. Zuerst stach einmal mehr Johann Steinforth (80 kg/FR), der seinen Vorsprung gegen den Ex-Greizer Maximilian Kahnt stetig ausbaute und kurz vor Kampfende mit zwei Aktionen im Boden die 15-Punkte-Differenz zum Abbruchsieg durch technische Überlegenheit verbuchte. Tim Bitterling (75 kg) musste im ungeliebten Freistil antreten- und das auch noch gegen den erfahrenen Haudegen Ralph Piterek. Bitterling band den Gegner im Stand, ließ ihn kaum Möglichkeiten zum Angriff und unterlag nur mit 0:5 Punkten, die Thalheim 2 Mannschaftspunkte brachten.
Im letzten Duell des Tages lieferten sich Markneukirchens Sejran Simonyan (75 kg/GR) und Tobias Löffler einen Kampf auf Messers Schneide, den der für den AVG kämpfende russisch-stämmige Ringer, der seit drei Jahren in Leipzig lebt, mit 2:1 für sich entschied und damit einen Mannschaftspunkt zum 17:14-Auswärtserfolg seiner Mannschaft holte.

„Es war der erwartet schwere Kampf, wir mussten die Mannschaft gleich in mehreren Gewichtsklassen umstellen 4 Ringer kämpften in der jeweils fremden Stilart, dass gewichtet den Sieg gegen Thalheim noch etwas mehr zu unseren Gunsten“, hob Andy Schubert aber auch die Leistungen von Lukasz Dublinowski, Johann Steinforth und Tim Bitterling aus der geschlossenen Mannschaftsleistung noch etwas hervor und dankte zugleich den vielen Fans, die aus Markneukirchen in Thalheim angereist waren um der Mannschaft den Rücken zu stärken.
Auch RVT-Trainer Steffen Richter lobte sein Team; „… meine Mannschaft hat alles gegeben, wir haben heute hervorragende Kämpfe gesehen, Markneukirchen hat ein sehr kompaktes Team, das gab heute den Ausschlag zum Sieg“.

jr

Auswärtssieg in Thalheim+++Mit 17:14 siegen die Germanen und bleiben Tabellenführer+++