Ringen / Regionalliga Mitteldeutschland

 

 

Kampfrichter sorgt für Eklat / Markneukirchen legt gegen rote Karte an Justin Müller Protest ein

 

Markneukirchen – Die Ringer des AV Germania Markneukirchen haben ihren letzten Hauptrundenkampf beim RSK Gelenau mit 19:15 gewonnen, doch auch wenn es in dieser Begegnung um nichts mehr ging, kochten die Emotionen hoch und es gab gar eine rote Karte.

Das Markneukirchen überhaupt als Sieger aus diesem Duell hervor ging, war einen Eigengewächs des AVG zu verdanken, der gar nicht mehr im Stammaufgebot steht, vielmehr dann einspringt, wenn er gebraucht wird. Am vergangenen Samstag war es wieder einmal soweit, Halbschwergewichtler Franz Richter weilte auf Einladung von Europameister Felix Baldauf im Trainingscamp in Oslo (Norwegen) und Anton Noack erklärte sich bereit, das Limit bis 98 kg zu besetzen. Gegen Dustin Löser brach jedoch in der ersten Runde eine alte Schulterverletzung nach einer Aktion im Bodenkampf wieder auf, Anton Noack musste mehrfach behandelt werden. Schon zur Pause lag Anton Noack 0:7 zurück, Mitte der zweiten Runde stand das Duell kurz vor dem Abbruch. „Wir hatten schon überlegt, ihn aus dem Rennen zu nehmen“, der Rückstand war groß und die Gesundheit des Athleten steht im Vordergrund“, so Trainer Andy Schubert. Doch dann klinkte Anton Noack sozusagen mit letzter Kraft einen Kopfhüftwurf aus und drückte seinen Gelenauer Kontrahenten überraschend auf beide Schultern.
Unbeschreiblicher Jubel beim AVG-Anhang in der Markneukirchner Ecke, doch da ahnte noch niemand, wie wichtig dieser Sieg für die Mannschaft noch sein wird.
Da Dimitri Blayvas (86 kg/FR) in einem vorgezogenem Kampf gegen Sebastian Müller gleich zum Beginn ein 9:0 vorgelegt hatte, Lukasz Dublinowski (130 kg/FR) gegen Kamil Wojciechowski mit 2:4 Punkten unterlag, Valerij Borgoiakov (57 kg/GR) die 4 Mannschaftspunkte kampflos einstrich und Roman Walter (61 kg/FR) seinen Kontrahenten Björn Lehnert noch in der ersten Runde mit 15:0 auspunktete, ging es nach dem überraschenden Sieg von Anton Noack beim Stand von 15:1 für Markneukirchen in die Pause.

Doch dann kam es noch einmal knüppeldick für den AVG, Rene Roth (66 kg/GR) rutschte im Kampf gegen Daniel Franke auf der Matte aus und zog sich eine Zerrung im rechten Oberschenkel zu. Er versuchte es weiter, musste jedoch wenig später aufgeben.
Sejran Simonyan (86 kg/GR) tat sich gegen Gelenau’s Neuzugang Fabian Jänicke schwer und kam gegen den Deutschen Meister von 2016 über ein 0:6 nicht hinaus. Gelenau damit auf 7:15 heran. Zudem bot der AVG gegen den tschechischen Routinier Tomas Sobecky (75 kg/GR) keinen Gegner auf, so dass es rein rechnerisch bereits 15:11 stand. So sollte es Justin Müller (71 kg/FR) lösen und gegen Gelenau’s Routinier Stefan Saul die Weichen Richtung Gesamtsieg stellen. Beide Freistilspezialisten lieferten sich einen harten Kampf, wurden von Kampfrichter Ronald Hartenstein (KFC Leipzig) mehrfach ermahnt. Als Stefan Saul nach einem Zusammenstoß zu Boden ging, das Bewusstsein verlor und nicht mehr weiter ringen konnte, vergab der Kampfrichter an den 19-jährigen Markneukirchner die rote Karte. Ein Sturm der Entrüstung in der Markneukirchner Ecke. „Ein Foul, geschweige denn ein absichtliches Foul war hier nicht erkennbar, ich weiß nicht, was der Kampfrichter da gesehen haben will“, ärgerte sich AVG-Trainer Andy Schubert über die Fehlentscheidung, bedauerte zugleich die Verletzung des RSK-Ringers. „Er hat mich am Kopf angerissen und als ich wieder nach oben kam, sind wir zusammen gestoßen, ich konnte ja in diesem Moment gar nichts sehen, geschweige denn gezielt gegen seinen Kopf stoßen“, konnte auch Justin Müller die Vergabe einer roten Karte wegen absichtlichen Fouls nicht nachvollziehen.
Damit brachte der Unparteiische wieder Spannung in das Duell, denn nun stand es vor den letzten Kampf des Abends 15:15.
Doch da ließ Denny Latzke (75 kg/FR) nichts mehr anbrennen, der Markneukirchner führte bereits zur Pause mit 10:2 und machte eine halbe Minute nach Beginn der zweiten Kampfrunde den Sack zum 17:2 durch technische Überlegenheit zu. Markneukirchen gewinnt damit in Gelenau mit 19:15. Matchwinner des Abends war damit Anton Noack, der mit seinem überraschenden Schultersieg maßgeblichen Anteil am Gesamtsieg hatte.

„Über die rote Karte an Justin Müller wird allerdings noch zu reden sein, wir haben Protest eingelegt, da kein absichtliches Foul zu erkennen war“, kennt auch der mitgereiste AVG-Vorsitzende Jens Berndt den jungen Athleten als stets fairen Ringer und hofft, dass auch der Rechtsausschuss des Zweckverbandes Ringen in Mitteldeutschland die Stellungnahmen, sowie das Videomaterial ebenso bewertet, wie er selbst, der die Entscheidung des Unparteiischen aus Leipzig nicht nachvollziehen kann.

Am kommenden Samstag empfängt der AV Germania Markneukirchen den KFC Leipzig zum Halbfinal-Hinkampf, da Leipzig den letzten Saisonkampf gegen Luftfahrt Berlin mit 19:10 gewann und sich in der Staffel B noch an der KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt vorbei auf den ersten Platz schob. Bleibt die rote Karte an Justin Müller bestehen, wird der 19-jährige in dieser Begegnung allerdings fehlen.

jr

AV Germania beendet die Hauptrunde der Regionalliga mit einem 19:15 Sieg in Gelenau