Ringen / Regionalliga Mitteldeutschland – Finale

 

Markneukirchen – Die Regionalligaringer des AV Germania Markneukirchen haben den Final-Rückkampf auf heimischer Matte gegen den RSV Rotation Greiz mit 14:13 gewonnen, doch den 3-Punkte-Rückstand aus dem Hinkampf haben die Schützlinge um die beiden Trainer Andre Backhaus/Andy Schubert damit nicht aufholen können. Der Staffelsieger der Regionalliga Mitteldeutschland heißt damit RSV Rotation Greiz.

Dabei starteten die Ringer aus dem oberen Vogtland ganz nach dem Geschmack der Markneukirchner Fans, Valerij Borgoiakov (57 kg) spielte seine Stärken im griechisch-römischen Stil gegen Rasul Galamatov aus und gewann nach 3:29 Minuten mit 18:2 durch Abbruch auf Grund technischer Überlegenheit.
Wie schon in der Vorwoche tat sich Lukasz Dublinowski  (130 kg/FR) gegen den defensiv eingestellten Sebastian Wendel schwer. Erst in der zweiten Hälfte des Kampfes konnte Dublinowski auf 8:1 erhöhen, was ihm zwei Mannschaftspunkte einbrachte. „Ein Punkt mehr und es wären drei Mannschaftszähler geworden“, ahnte AVG-Trainer Andy Schubert, dass es wie schon in Greiz ein sehr knappes Ergebnis wird.
Einer der Schlüsselkämpfe war das Duell im Limit bis 61 kg/FR, in dem sich Roman Walter und Sven Cammin gegenüber standen. Der aus Hof stammende Roman Walter, der nun schon das dritte Jahr für Markneukirchen Ligakämpfe bestreitet, wieß seine zuletzt stark angestiegene Formkurve nach und bezwang den RSV-Kämpfer in einem spannungsgeladenen Duell mit 15:4 Punkten. Damit ging Markneukirchen mit 9:0 in Führung.
„Wir wussten schon nach dem Heimkampf, dass die drei Punkte ein dünnes Polster sind und das 0:9 nach nur drei Begegnungen trug nicht unbedingt zur Beruhigung bei“, stöhnte RSV-Trainer Tino Hempel.
Franz Richter hatte einige Kilo Gewicht reduziert, um für diesen Endkampf noch einmal im Limit bis 98 kg der Mannschaft zu helfen. Doch der erfahrene Pole Lukasz Konera bot dem 19-jährigen keine Gelegenheit zum Punkten, das Duell ging mit 4:0 Wertungspunkten an den Greizer, der damit die ersten beiden Mannschafstzähler für sein Team einfuhr.
Im letzten Duell vor der Pause ging es vor den 400 Fans im ‚Wohnzimmer‘ des AVG noch einmal heiß her, Justin Müller (66 kg) und Abdul Galamatov hatten sich schon in der Vorwoche, im freien Ringkampf  einen großen Kampf geliefert, den Müller für sich entscheiden konnte. Diesmal drehte Galamatov im griechisch-römischen Stil den Spieß um und ging mit 8:0 Punkten in Führung. Kurz vor dem Kampfende holte Müller den Ehrenpunkt und ließ damit nur zwei Mannschaftspunkte für Greiz, zum 9:4-Pausenstand für die Gastgeber zu.

Doch dann ließ Greiz die Muskeln spielen, der deutsche Meister Martin Obst (86 kg/FR) punktete mit schnellen Beinangriffen gegen Dimitri Blayvas, nach 4:06 Minuten machte der Luckenwalder in Greizer Diensten den Sack zum 16:0 zu. Dann mutierte Griechisch-Römisch-Spezialist Brian Tewes für Greiz zum Matchwinner, der Griechisch-Römisch-Spezialist kaufte Markneukirchens Denny Latzke im Freistil den Schneid ab und siegte  mit 11:2 Zählern. „Ausschlaggebend für den Sieg war meine gute, konditionelle Verfassung“, so Tewes nach seinen Sieg. Doch Markneukirchen bäumte sich noch einmal auf, der ins schwerere Limit aufgerückte Lukas Bast (80 kg/GR) fing sich nach einem Zusammenstoß mit Martin Zeuner eine Platzwunde am Auge ein, die mehrfach behandelt werden musste. Trotz der Verletzung kämpfte- und wühlte sich der Frankfurter zu einem 3:1-Punktsieg, holte einen Mannschaftspunkt, der Markneukirchen weiter hoffen ließ. Sejran Simonyan (75 kg/GR) wollte es gegen Toni Stade erneut wissen und wie schon in der Vorwoche unbedingt vier Punkte auf das Markneukirchner Konto holen. Bei der ersten Aktion des russischstämmigen Ringers verletzte sich der Greizer im Rippenbereich und gab den Kampf beim Stand von 6:0 für Simonyan auf. So stand es vor dem letzten Duell 14:11, der 3-Punkte-Rückstand war aufgeholt, nun hing es von der letzten Paarung ab, die Entscheidung um den Staffelsieg herbei zu führen. Und da standen sich mit Markneukirchens Johann Steinforth (75 kg/FR) und dem Moldawischen Spitzenringer – inzwischen auch Spitzentrainer Vladimir Gotisan, zwei absolute Spitzenringer gegenüber. Beide schenkten sich nichts, Gotisan spielte seine Erfahrung gegen den Juniorenringer aus Magdeburg aus, der zum Saisonstart neu ins Team des AVG kam und sich von Beginn an in Markneukirchen pudelwohl fühlte. 7:4 gewann Gotisan und holte damit zwei Mannschaftspunkte für Greiz. Markneukirchen trug den 14:13-Heimsieg davon, doch am Ende bedeutete es Gold für den RSV Rotation, der in der Addition beider Kämpfe zwei Punkte mehr auf dem Konto hatte.

Riesig der Jubel beider Fanblocks, die ihre Mannschaften feierten. Und was heutzutage wohl nicht mehr ganz so üblich ist, auf einer Seite der Arena standen die Fans beider Mannschaften bunt gemischt durcheinander. Der Ordnungsdienst war überflüssig, es waren alle Ringkampffans, die im sportlich-fairen Rahmen ihre Mannschaften anfeuerten. Da feierte auch Hallensprecher Nico Picker seinen 44. Geburtstag mit den – etwa 400 Fans aus beiden Lagern“… es war eine sportliche- und faire Kulisse“.
Kampfrichter Jörg Jähnichen (Gelenau) brachte es auf den Punkt: „… das war Werbung für den Ringkampfsport, großartige Kämpfe, eine lautstarke- aber jederzeit faire Ringkampfkulisse, da machte es auch als Kampfrichter riesigen Spaß“!

Ligenleiter Henning Tröger (Werdau), der auch die Siegerehrung gemeinsam mit Markneukirchens Bürgermeister Andreas Rubner vornahm zeigte sich begeistert: „… zu einem solch grandiosen Finale gehören zwei Mannschaften, es war ein Endkampf, der nichts zu wünschen übrig ließ“. Dem pflichtete Andreas Rubner bei, der schon seinen Stammplatz bei den Heimkämpfen des AV Germania in der Trainings- und Wettkampfarena hat, „… mich hat der Kampf absolut begeistert“.

Beim AVG-Trainergespann Andre Backhaus und Andy Schubert verflog der Ärger über das drei Punkte zu knappe Resultat schnell und wich der Freude über Silber nach einem großen Kampf. „Wir haben unseren Heimkampf gewonnen, Silber geholt und zwei große Finalkämpfe geliefert und damit unser Saisonziel erfüllt“, rückt nun endlich auch für das gesamte Organisationsteam rings um die beiden Finalisten, das bevorstehende Weihnachtsfest in den Fokus.

Jörg Richter

AVG Markneukirchen – RSV Rotation Greiz 14:13
57kg/GR: Valerij Borgoiakov – Rasul Galamatov 4:0
61 kg/FR: Roman Walter – Sven Cammin 3:0
66 kg/GR: Justin Müller – Abdul Galamatov 0:2
71 kg/FR: Denny Latzke – Brian Tewes 0:3
75 kg/GR: Serjan Simonyan – Toni Stade 4:0
75 kg/FR: Johann Steinforth – Vladimir Gotisan 0:2
80 kg/GR: Lucas Bast – Martin Zeuner 1:0
86 kg/FR; Dimitri Blayvas – Martin Obst 0:4
98 kg/GR: Franz Richter – Lukasz Konera 0:2
130 kg/FR: Lukasz Dublinowski – Sebastian Wendel 2:0
Zuschauer: 400.

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